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Tandemstillen nach Abstillen in der Schwangerschaft

 

Ich habe meinen "Großen" mit knapp 14 Monaten abgestillt, weil ich wieder schwanger war und meine Frauenärztin mir sagte, dass das Fehlgeburtenrisiko so groß ist und vorzeitige Wehen ausgelöst werden können und er meine Milch nicht mehr vertragen würde. (Klingt im nachhinein teilweise etwas fragwürdig.)
Also habe ich ihm - der vorher trinken konnte, soviel er mochte - das Stillen langsam abgewöhnt. Zu der Zeit fing er dann an, Fläschchen zu trinken, als Ersatz.
Das Stillen wurde nicht mehr thematisiert bis mein Kleiner geboren wurde.
Kilian - mein Großer - hat oft auch Anstalten gemacht, bei mir zu stillen, aber ich habe es ihm verweigert, weil ich dachte, dass er nur eifersüchtig ist auf Milan und dass er es sowieso nicht mehr kann. Dann habe ich es irgendwann mal probiert, ihm die Brust zu lassen und hatte das Gefühl, dass er wirklich noch saugen kann. Und das obwohl ich vorher so oft gelesen habe, dass Kinder den Saugreflex verlieren, sobald sie ein paar Tage nicht mehr stillen.
Genau deshalb habe ich es sein gelassen, außerdem befürchtete ich, dass er Milan alles wegtrinken könnte bzw. die Milchzusammensetzung nicht mehr optimal sein könne... kurz gesagt, alle Zweifel dieser Welt und niemand kannte sich aus.
Dann wurde Kilian ziemlich fordernd und verlangte nach der Brust. Er wollte nicht essen sondern "Mamas Milch trinken".
Daraufhin habe ich es einfach mal probiert, und - oh wunder- es hat geklappt. Mein großer langbeiniger 2-jähriger hing glücklich saugend auf meinem Schoß und gluckerte und schmatzte genüsslich.
Da habe ich dank der unterstützenden Worte hier im Forum riskiert, auszuprobieren, was passiert, wenn ich ihn einfach stillen lasse.

Es war anfangs ziemlich ungewohnt. Kili genoss sichtlich den Körperkontakt zu mir und die ungeteilte Aufmerksamkeit. Er wirkte innerhalb weniger Tage völlig verändert. Er trank bei jeder Gelegenheit einen Schluck, am liebsten dann, wenn Milou auch gerade trinken wollte. Dann fing er an das Stillen als Druckmittel zu benutzen, weil ich unsicher war und wollte, dass er sich wohlfühlte, rief er sobald ich ihn zum schlafen gelegt hatte: "Milch trinken".. und das immer sobald ich aus dem Zimmer gehen wollte oder wenn ich Milan auf den Arm nehmen wollte..
 
Nach ein paar Tagen wurde es dann bedeutend weniger und ich dachte, seine Phase ist vorbei. Er fing an zu spielen, wollte nicht mehr saugen sondern dass ich ihm Milch ausstrich und biss.
An der Stelle war ich dann schon froh, dass ich ihm die Möglichkeit gegeben habe, von sich aus dem Stillen ein Ende zu setzen.

Dann trank er einen Tag gar nicht und fragte nicht danach. Aber in der Nacht rief er nach mir und schlief stillend wieder ein.
Seitdem trinkt er abends vor dem Einschlafen und vormittags. Er fragt inzwischen selbst danach und ist sehr stolz, wenn er sagt: "Kili die Seite trinken, Milou andere Seite trinken" oder "das Milous Brust, das Kilis Brust".

Es ist vieles anders geworden. Er trinkt so anders als der Kleine. Er trinkt aber immer noch genauso wie früher vor dem Abstillen.

Das wollte ich nur mal so berichten, vielleicht kann es ja jemand gebrauchen, wenn sich irgend jemand noch mit solchen Gedanken herumträgt.

Es KANN wirklich klappen!!!

Liebe Grüße
Jule mit Wiederstillkindkili und Vollstillkindmilou

Juli 2006