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Wegen Blähungen zum Osteopathen

 

Als unsere Tochter Angelina 11 Monate alt war, gingen wir mit ihr zum Osteopathen, weil sie von Geburt an sehr starke Blähungen hatte.

Die Vorgeschichte:
Angelina schrie und weinte von Anfang an sehr sehr viel. Unsere Hebamme meinte, das wären Blähungen und ich solle ja den 2-Stunden-Abstand vom Stillen nicht unterschreiten, dann kämen die Blähungen noch intensiver.
Manchmal hielten wir die zwei Stunden einfach nicht aus, sie schrie wie am Spieß, und ich stillte auch mal zwischendurch. Nach dem Stillen ging es Angelina nämlich immer deutlich besser. Pünktlich nach 20 min setzten dann aber die Blähungen ein. Sie hatte starke Probleme, die Winde abzulassen, wir massierten mit allen möglichen Mitteln den Bauch, wir trugen sie fast nur noch im "Fliegergriff" und mussten letztendlich doch ab und zu mit dem Fieberthermometer nachhelfen.
Es war eine schreckliche Zeit. :-(
Wir spekulierten darauf, dass es nach 3 Monaten besser würde. Mittlerweile wusste ich schon gar nicht mehr, was ich jetzt essen konnte oder nicht, ich machte mir richtige Selbstvorwürfe, ob denn meine Milch schuld an ihren Blähungen wäre.
Nach 3 Monaten waren die Blähungen noch genauso schlimm, aber mittlerweile trugen wir Angelina viel im Tragetuch und dann ging es einigermaßen. Nachts war es besonders schlimm. Sie kam kaum zur Ruhe. So saß mein Mann nachts oft mit Angelina im Tragetuch auf dem Sofa, ich war seelisch und körperlich einfach zu fertig und strahlte keine Ruhe mehr aus.


Meine Hebamme meinte, bei manchen dauern die Blähungen bis zu 6 Monaten, ich solle Geduld haben. 
So kämpften wir uns durch die nächsten Monate. Langsam gingen wenigstens in der Nacht beim Stillen ein paar Winde ab und Angelina konnte ohne nächtliches Herumtragen weiterschlafen. Das war schon ein großer Meilenstein für uns.
Nach dem 6. Monat fingen wir mit Beikost an und komischerweise wurden die Blähungen besser. Aber nach dem 8. Monat wurde es wieder schlimmer. So gingen nachts die Blähungen nicht mehr nur durchs Stillen ab und sie musste wieder viel getragen werden. Wir waren so fertig und wussten nicht mehr, wie wir unserer Tochter (und uns) noch helfen konnten.

Dann fragte ich hier im Stillclub mal nach, was man in unserer Situation noch machen könnte, hoffte aber ehrlich gesagt nicht auf große Hilfe.
Claudia riet mir zum Osteopathen zu gehen. (Vielen Dank für den Tipp!!!)
Gesagt, getan. Ich suchte mir auf der Internetseite über Osteopathie eine Adresse hier in Nürnberg heraus und ging mit Angelina hin, um uns einen Termin zu holen und um uns die Praxis anzuschauen.
Die Arzthelferin war sehr nett, hatte Zeit für mich und meine Probleme und hörte mir zu. Das tat mir so gut, dass ich den Tränen nah war.
An dem ausgemachten Termin mussten wir gar nicht lange warten. Der Arzt war auch sehr nett. Er hörte unsere Probleme an, fragte nach wegen der schweren Geburt. Dann untersuchte er Angelina sehr vorsichtig. Sie musste sich nicht ausziehen und konnte bei einigem Ertasten auch auf dem Arm vom Papa bleiben.
Dann sollten wir Angelina hinlegen und er drückte etwas im Halsbereich und im Beckenbereich. Nach insgesamt 10 min konnten wir uns mit Angelina wieder hinsetzen. Dann erklärte er uns, dass Angelina eine Verspannung im Körper von der rechten Kopfhälfte bis zum linken Teil des Beckens hätte. Der Darm ist dazwischen und deshalb treten immer wieder Blähungen und Verdauungsprobleme auf. Die Verspannung kam von der schweren und langen Geburt mit Saugglocke. Er hätte nun einige Impulse gesetzt, wir sollten beobachten und in 14 Tagen wiederkommen.
Wir merkten von Tag zu Tag Veränderungen. Angelina war ausgeglichener, sie konnte längere Zeit für sich spielen. Vorher lag sie beim Schlafen immer auf dem Bauch mit angezogenen Beinchen. Nach und nach schlief sie nun mehr entspannt auf dem Rücken.
Bei unserem zweiten Termin berichteten wir unsere Erfolgserlebnisse (das nächtliche Herumtragen war nun nicht mehr nötig, Schlafverhalten usw.). Der Arzt tastete Angelina noch einmal ab und gab nochmals einige Impulse. Dann sagte er, dass die Behandlung nun abgeschlossen sei.

Von Woche zu Woche wurde es immer besser. Heute schläft Angelina fast durch. Sie wacht einmal pro Nacht auf, krabbelt zu uns ins Bett und schläft weiter. Wir sind so froh, dass es ihr besser geht und dass wir ihr helfen konnten.

 

Mirjam